Fassadenfarben

Putzoberflächen an Fassaden weisen nicht immer eine ausreichende Widerstandsfähigkeit gegen Witterungseinflüsse auf. Daher müssen sie in der Regel mit Anstrichstoffen beschichtet werden. Die Anforderungen an diese Anstrichsysteme sind hoch. Sie müssen u.a. licht- und wetterbeständige Pigmente enthalten, Wasserdampf durchlässig sein und den Untergrund vor Schlagregen schützen.

Zu Anstrichstoffen, die für Fassadenanstriche geeignet sind, zählen: Kalkfarben, Silikatfarben, Dispersionssilikatfarben, Mineralfarben, Siliconharzfarben, Kunststoffdispersionsfarben, Acrylatfarben und Polymerisatharzfarben. Auch farblose hydrophobierende Siliconharzlösungen gehören im weitesten Sinne dazu.

Die neuesten Entwicklungen bei Fassadenfarben nutzen die Nano-Technologie. Die Nano-Quarz-Gitter-Technologie (NQG) von Caparol - mit den Siliconharzfarben AmphiSilan und ThermoSan - hilft, Fassaden erfolgreich vor Verschmutzungen, Algen- und Pilzbefall zu bewahren und steht für höchste Farbtonbeständigkeit.

Innenfarben

Innenfarben sind Anstrichsysteme, die bestimmungsgemäß nicht der Witterung ausgesetzt sind. Sie basieren auf unterschiedlichen Bindemittelsystemen die den Innenfarben ihren Namen geben: Leimfarben, Dispersionsfarben, Latexfarben, Kalkfarben, Silikatfarben, Polymerisatharzfarben aber auch Schimmelschutzfarben u.a.

Ein wichtiges Kriterium der Innenfarben ist deren Reinigungsfähigkeit, auch als Nassabriebbeständigkeit bezeichnet. Früher unterschied die DIN 53 778 diese Eigenschaft in

  • waschbeständig (ohne DIN Angabe)
  • waschbeständig nach DIN 53 778
  • scheuerbeständig nach DIN 53 778

Heute teilt die europäische Norm EN 13 300 die Reinigungsfähigkeit in 5 Klassen ein, wobei Klasse 1 die beste und Klasse 5 die schlechteste Qualität bezeichnet. Gemessen wird der Abrieb einer Farbe bei 200 Scheuerzyklen mit einem definierten Vlies (40 Zyklen bei Klasse 4). Farben, die früher als „waschbeständig nach DIN 53 778“ eingestuft waren, entsprechen ungefähr der Klasse 3; „scheuerbeständig nach DIN 53 778“ entspricht hingegen der Klasse 2.

  • Klasse 1: ≤ 5 µm Abrieb bei 200 Scheuerzyklen
  • Klasse 2: > 5µm und < 20µm Abrieb bei 200 Scheuerzyklen
  • Klasse 3: > 20µm und < 70µm Abrieb bei 200 Scheuerzyklen
  • Klasse 4: ≤ 70µm Abrieb bei nur 40 Scheuerzyklen
  • Klasse 5: keine speziellen Anforderungen

Trockenbau

Als Trockenbau bezeichnet man das Zusammenfügen von industriellen Halbfabrikaten. Bei der so genannten Trockenbauweise werden wenig bis keine wasserhaltigen Baustoffe (Beton, Putz, Spachtelmasse) zur Errichtung der Bauteile benötigt. Das bedeutet eine erhebliche Zeit- und Kostenersparnis beim Bauablauf gegenüber herkömmlicher Bauweise. Sämtliche bauphysikalische Anforderungen bezüglich Wärme-, Kälte-, Schall-, Brand-, Feuchte- und Strahlenschutz kann die Trockenbauweise erfüllen. Hierfür maßgeblich ist der Materialeinsatz bzw. konstruktive Details.

Der Trockenbau beinhaltet raumbegrenzende Konstruktionen des Ausbaus für Wand, Decke und Boden, die in trockener Bauweise montiert und dann weiter bearbeitet werden. Zur Trockenbauweise gehören u.a.: Deckenbekleidungen, abgehängte Decken, Wandbekleidungen, Montagewände, Installationswände, Bodensysteme sowie Dämmungen und Isolierungen.

Innendämmung

Eine Innendämmung ist im Vergleich zu einer Außendämmung, beispielsweise einem WDVS, immer nur die zweitbeste Lösung. Allerdings ist in manchen Fällen eine Außendämmung nicht möglich oder nicht gewünscht. Häufigste Beispiele hierfür betreffen die Dämmung von  Fachwerkhäusern oder Stuckfassaden, deren Außenfassaden selbstverständlich erhalten bleiben sollen. Auch bei der Dämmung von Mehrfamilienhäusern, bei denen sich die Eigentümer nicht auf eine einheitliche (Außen-)Dämmung einigen können, ist die Innendämmung oft die einzige praktikable Lösung.

Innendämmungen sind jedoch problematischer, da der Taupunkt nach innen wandert und dadurch die Gefahr von Feuchtigkeitsbildung verbunden mit Gebäudeschäden besteht. Alle Innendämmsysteme versuchen dieser bauphysikalischen Problematik mit unterschiedlichen Prinzipien zu begegnen. Die einen setzen auf diffusionsoffene, kapillaraktive Dämmmaterialien, welche die Feuchtigkeit aufnehmen und regulieren. Andere Systeme besitzen eine ausgeprägte Dampfsperre, welche das Eindringen von Feuchtigkeit verhindern soll.

Beiden Systemen eigen ist, dass der Ausführende besonderes Augenmerk auf die Detailausbildung legen muss. Innendämmung ist Profi-Sache!

Lacksysteme & Lasuren

Das Wort Lack kommt aus dem Sanskrit „laksha“ und bedeutet zu Deutsch „hunderttausend“. Diese Zahl umschreibt die große Menge von Lackschildläusen, die für die Gewinnung von „Lack“ erforderlich war. Ihr harzartiges Stoffwechselprodukt gilt als erstes Bindemittel  der Welt. Verwendet wurde die Masse, indem man sie durch Erhitzen von den Ästen löste und auf dem beschichteten Gegenstand wieder erkalten ließ.


Die älteste überlieferte Lackrezeptur eines Lackes stammt aus dem 12. Jahrhundert und bestand aus Leinöl als Bindemittel und Zinnober als Pigment. Ab dem 18. Jahrhundert entstanden die sogenannten Lacksiedereien, die sich rasch einen Markt für die Beschichtung von verschiedensten Gegenständen eroberte.


Lackbezeichnungen basieren unter anderem auf der Art des Bindemittels (Alkydharzlack), der Art des Lösemittels (Spirituslack), der Trocknungsweise (Einbrennlack) oder der Anwendungsgebiete (Klavierlack). Lasuren sind eine Sonderform von Lacken. Diese finden zumeist als Beschichtung von Holzoberflächen Verwendung da sie den Untergrund durchscheinen lassen.

Text aus: http://wissen.malerblatt.de